Asseln: Unermüdliche Arbeiter bioaktiver Terrarien und lebende Juwelen
Vielleicht kennen Sie sie aus dem Garten als unscheinbare graue Tierchen, die sich unter Steinen verstecken. Die Welt der exotischen Asseln (Isopoda) ist jedoch viel bunter, als es auf den ersten Blick scheint. Es handelt sich nämlich nicht um Käfer, sondern um landlebende Krebstiere, die eng mit Krabben und Garnelen verwandt sind. In der Terraristik erleben sie derzeit einen enormen Boom – und das aus gleich zwei Gründen. Sie sind absolut unverzichtbare Helfer bei der Reinigung und gleichzeitig optisch wunderschöne Tiere, deren Zucht für viele zu einer echten Leidenschaft wird.
Das bioaktive Terrarium: Warum Sie unbedingt eine „Clean-up Crew“ brauchen
Wenn Sie Geckos, Agamen, Frösche oder Schlangen in naturnah eingerichteten Becken halten, werden Asseln schnell zu Ihren besten Freunden. Zusammen mit Springschwänzen bilden sie die absolute Grundlage eines sogenannten bioaktiven Terrariums, das als eigenständiges, gesundes Ökosystem funktioniert.
- Perfekte Abfallbeseitigung: Sie ernähren sich von verrottendem organischem Material. Mit großem Appetit und unermüdlich beseitigen sie den Kot der Pfleglinge, nicht gefressene Futterreste, abgestorbene Pflanzenteile und helfen sogar, Schimmel zu unterdrücken.
- Auflockerung und Belüftung: Ihre ständige Bewegung im Substrat lockert den Boden auf natürliche Weise auf, was dem Wurzelsystem lebender Pflanzen ungemein zugutekommt.
- Kalziumquelle: Wenn Ihr Terrarientier sie gelegentlich frisst, stellen sie dank ihres Panzers eine äußerst nahrhafte Nahrungsergänzung mit einem hervorragenden Kalziumverhältnis dar.
Rollassel oder Kellerassel? Wo liegt der Unterschied?
Im Laiensprachgebrauch werden diese Begriffe oft vermischt und verwechselt, aber aus der Sicht des Züchters und der Anatomie gibt es einen klaren Unterschied:
- Rollasseln (z. B. Gattungen Armadillidium oder Cubaris): Wenn sie sich bedroht fühlen, können sie sich blitzschnell zu einer perfekten, festen Kugel zusammenrollen, die ihren weichen Bauch hundertprozentig schützt. Sie sind insgesamt robuster, stark gewölbt und bewegen sich langsamer.
- Kellerasseln (z. B. Gattungen Porcellio oder Porcellionides): Sie können sich nicht zu einer Kugel zusammenrollen. Bei Gefahr verlassen sie sich ganz auf ihre Schnelligkeit und eine blitzschnelle Flucht. Sie sind deutlich flacher gebaut und zeigen eine viel höhere Aktivität.
Pflegeleichte Schönheit: So gelingt die Zucht
Egal, ob Sie Asseln als primäre Haustiere oder nur als Reinigungstrupp halten, ihre Ansprüche sind minimal und die Zucht ist extrem einfach.
- Behausung: Eine Zuchtbox aus Kunststoff oder ein kleineres Terrarium mit ausreichender Belüftung reicht völlig aus.
- Substrat als Nahrung: Die Grundlage für den Erfolg ist eine hochwertige Mischung aus Laubwaldhumus, weißfaulem Holz und Kokosfasern. Dieses Substrat dient ihnen nicht nur als Bodengrund, sondern vor allem als ihre natürliche Hauptnahrung.
- Richtige Feuchtigkeit: Die meisten Arten benötigen eine feuchte Ecke (oft aus Sphagnum-Moos), in die sie sich zur Flüssigkeitsaufnahme und zur sicheren Häutung zurückziehen, und einen trockeneren Teil in der Box zum Ausruhen.
- Kalziumzufuhr: Für den Aufbau eines festen Panzers ist Kalzium absolut entscheidend. Sepiaschale oder hochwertiger gemahlener Kalkstein sollten daher im Gehege niemals fehlen.
- Zufütterung: Den Grundspeiseplan aus Laub und Holz ergänzen sie gerne mit Gemüse (Karotten, Zucchini, Süßkartoffeln) oder speziellem, proteinreichem Krebstierfutter (getrockneter Gammarus, Fischflocken).
Eine Sammlerleidenschaft, der Sie leicht verfallen werden
Heute gibt es eine riesige Anzahl von Farbformen und Arten auf dem Markt. Von gepunkteten „Clowns“ (Armadillidium klugii) über die riesigen spanischen Arten (Porcellio hoffmannseggii) bis hin zu unglaublich niedlichen Vertretern eher asiatischer Arten wie den beliebten „Rubber Ducky“, die optisch buchstäblich an kleine Badeenten erinnern. Die Haltung von Asseln wird so oft zu einer Leidenschaft, die dem Sammeln von lebenden Edelsteinen gleicht – denn jede Art bietet nicht nur unterschiedliche Zeichnungen, sondern auch spezifische und faszinierende Verhaltensweisen.
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